INTERNATIONAL DATA SPACES

Die Initiative im Überblick

Die Initiative zu den International Data Spaces wurde Ende 2014 gemeinschaftlich von Teilen der Wirtschaft, Politik und Forschung in Deutschland ins Leben gerufen und verfolgt seitdem das Ziel, sowohl Entwicklung als auch Nutzung auf europäischer bzw. internationaler Ebene zu etablieren. Die Initiative ist als Forschungsprojekt und als Anwenderverein organisiert.

Souveränität über Datengüter: Der Eigentümer der Daten bestimmt die Nutzungsbedingungen seiner Datengüter. Diese Nutzungsbedingungen (z.B. Berechtigungen, zeitliche Nutzungsbeschränkungen) werden direkt an die Daten selbst »geheftet«. Zudem bestimmt der Dateneigentümer, unter welchen Bedingungen Daten überhaupt mit anderen Teilnehmern der International Data Spaces ausgetauscht werden dürfen.

Sicherheit des Datenaustauschs: Ein Schutzstufenkonzept regelt die Anforderungen an den Datenschutz, insbesondere während des Datenaustauschs. Dabei ist es erforderlich, nicht allein bilateralen Datenaustausch, sondern die Sicherheit der Daten über ganze Data Supply Chains hinweg zu gewährleisten.

Vertrauensschutz: Die Teilnehmer der International Data Spaces müssen sich auf die Identität der Datengeber und Datennutzer verlassen können. Zu diesem Zweck dürfen sich alle »Endpunkte« der International Data Spaces ausschließlich über zertifizierte Software, den IDS Connectoren, mit den International Data Spaces verbinden. Der IDS Connector übernimmt zudem Authentifizierungs- und Autorisierungsfunktionen.

Netzwerk aus Plattformen und Diensten: Die International Data Spaces verbinden Datengeber und Datennutzer. Datengeber können einzelne Unternehmen sein, aber auch die »Dinge« (also einzelne Entitäten im Internet der Dinge wie Fahrzeuge, Werkzeugmaschinen, Transportund Betriebsmittel) oder der Mensch. Weiterhin sind mögliche Datengeber auch Datenplattformen bzw. Datenmarktplätze, die bereits in verschiedenen Branchen entstehen. Zudem machen die International Data Spaces auch Datendienste verschiedener Anbieter verfügbar, die über einen AppStore angeboten werden.

Governance und gemeinschaftliche Spielregeln: Aufgrund der dezentralen Architektur der International Data Spaces und der damit fehlenden zentralen Kontrollinstanz werden Data-Governance-Prinzipien als gemeinschaftliche Spielregeln entwickelt. Diese bestimmen die Rechte und Pflichten zur Bewirtschaftung der Daten und und leiten sich aus den Anforderungen der Anwender ab.

Offenheit: Die International Data Spaces Initiative ist anwendergetrieben und basiert auf einem partizipativen Entwicklungsprozess in Bezug auf das Referenzarchitekturmodell. Entwurfsentscheidungen werden gemeinsam zwischen Forschungsprojekt und Verein getroffen.

Dezentralität und föderale Architektur: Die International Data Spaces manifestierem sich als die Gesamtheit aller Endpunkte mit IDS Connectoren. Es gibt also keine zentrale Instanz zur Datenhaltung oder für Data-Governance-Aufgaben. Die International Data Spaces sind damit ein alternativer Architekturentwurf im Vergleich zu beispielsweise zentralen Datenhaltungskonzepten (u. a. so genannte »Data Lakes«) einerseits und dezentralen Datennetzwerken ohne gemeinsame Spielregeln andererseits. Die Wahl der jeweiligen Architekturalternative hängt von ihrer wirtschaftlichen Vorteilhaftigkeit im individuellen Anwendungsfall ab, weswegen die International Data Spaces Initiative auch von der Koexistenz verschiedener Architekturen ausgeht.

Skalierung und Netzwerkeffekte: Die International Data Spaces stellen Datendienste zum sicheren Austausch und einfachen Verknüpfen der Daten bereit und besitzen damit infrastrukturellen Charakter. Denn die Nutzung der International Data Spaces erleichtert die Entwicklung und das Angebot z. B. smarter Services. Diese sind auf Datendienste, wie sie die International Data Spaces anbieten, angewiesen, ohne selbst Bestandteil des Leistungsumfangs der International Data Spaces zu sein. Für den Erfolg der International Data Spaces sind Skalen und Netzwerkeffekte daher entscheidend. Je mehr Teilnehmer die International Data Spaces haben, umso attraktiver werden sie für Datengeber und Datennutzer sowie Anbieter von Datendiensten.